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Pilotprojekt - "Mobil bleiben im Alter"

Pilotprojekt/Verkehrswacht, "Pegasus" und Bürgerkontakt ziehen an einem Strang
(aus Hohenzollerische Zeitung vom 23.5.2006)

Damit auch ältere Menschen "automobil" bleiben

Im Zollernalbkreis ist ein Pilotprojekt mit älteren Autofahrern gestartet. Daran beteiligt sind die Verkehrswacht Zollernalbkreis, der Balinger Bürgerkontakt und die Firma Pegasus aus Hechingen. Das Ziel: mobil bleiben und sicher unterwegs sein.

Durch das Auto besteht besonders bei älteren Menschen die Möglichkeit in der ländlichen Gegend mobil zu sein und mobil zu bleiben, dass heißt, ein Stück Lebensqualität zu erhalten. Autofahren heißt auch Erledigungen selbst auszuführen und nicht in Abhängigkeit von Anderen zu gelangen. Wer sein Fahrverhalten der Tatsache anpasst und akzeptiert, dass die psychische und physische Leistungsfähigkeit sich im Alter verändert der befindet sich auf dem richtigen Weg. Wer dabei Hilfestellung sucht und nicht ausschlägt geht sogar noch einen Schritt weiter. Ausgehend von dieser Tatsache hat Georg Seeg der stellvertretende Vorsitzende der Verkehrswacht nach Vorgesprächen mit Claus Seyfried dem Leiter der IAV Stelle der Stadtverwaltung Balingen im Balinger Bürgerkontakt einen Nachmittag unter dem Motto „Mobilität im Alter - mobil und (er)fahren organisiert. Die Senioren wurden dabei mit den Neuerungen der Straßenverkehrsordnung vertraut gemacht. Begeistert wurde von den Auto fahrenden Senioren anschließend das Angebot angenommen, einen Nachmittag bei einem Mobilitätstraining auf dem Balinger Messegelände zu verbringen. Es ist Georg Seeg gelungen mit der Hechinger Firma Pegasus einen kompetenten Partner für verkehrsmedizinische Fragen zu engagieren. Dr. Michael Wagner und seine Mitarbeiterin Kerstin Härle machten kostenlos zunächst einen speziellen Sehtest den auch Berufskraftfahrer ab dem 50. Lebensjahr absolvieren müssen. Ein weiterer Programmpunkt war ein am Computer unternommener verkehrsmedizinischer Reaktionstest. Trotz der dabei festgestellten unterschiedlichen Leistungsfähigkeit befanden sich alle Teilnehmer innerhalb der geforderten Toleranzen. Nach diesem Programmpunkt wurden die Senioren im fahrpraktischen Teil von Georg Seeg in Notsituationen vertraut gemacht. Dabei ging es unter anderem um den richtigen Umgang mit der ABS-Anlage. Dann galt es für die Teilnehmer selbst aktiv zu werden. Viele Senioren konnten bei den Übungen erstmals bewusst die ABS-Funktion ihres Fahrzeuges bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Fahrbahnoberflächen im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren".

Nach den Bremserfahrungen wurden Fahrübungen gefahren, die ein gutes Augenmaß fürs eigene Auto erforderten und bei denen das sichere Handling trainiert wurde. So wurde unter anderem in einem „Zirkeltraining" der Verkehrsrealität entsprechende Übungen wie das Einschätzen der Fahrzeugbreite und der Fahrzeuglänge , das richtige Heranfahren an einen Parkscheinautomaten, das Wenden auf engstem Raum, schnelles Lenken in einem Slalom, Rückwärtsfahren und Einparken ohne Stress und Störungen von anderen Verkehrsteilnehmern trainiert. Hierbei gab Georg Seeg wertvolle Tipps, wie die eine oder andere Situation durch entsprechende Sitzposition, Spiegeleinstellung oder Lenkradführung besser bewältigt werden konnte. Nach dieser Knapp vierstündigen Veranstaltung bei Dauerregen äußerten sich die Teilnehmer begeistert. Sie vertraten einstimmig die Meinung, dass diese Veranstaltung der Verkehrswacht Zollernalbkreis Information über Neues aus dem Verkehrsrecht, die medizinischen Untersuchungen und die fahrpraktische Weiterbildung für ältere aktive Kraftfahrer fester Bestandteil auf freiwilliger Basis für alle älteren Verkehrsteilnehmer werden sollte. Die Teilnehmer und Claus Seyfried forderten Georg Seeg auf, weiterhin solche Veranstaltungen anzubieten, da dies für jeden Senior am Steuer Hilfestellungen gebe, und auch sonst aktiv zu bleiben.