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Probleme mit Suchterkrankungen im Betrieb

Sucht ist ein weit verbreitetes Problem. Die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (DHS) schätzt, dass fünf Prozent aller Beschäftigten in Deutschland alkoholkrank sind.

Wenn Sie einmal überschlagen, wieviele Mitarbeiter 5% in Ihrem Betrieb darstellen, dann wissen Sie, dass hier eigentlich ein riesiges Potential schlummert.

Alkohol ist der Spitzenreiter unter den Suchtstoffen am Arbeitsplatz. Er verursacht enorme volkswirtschaftliche Schäden. Circa elf Prozent der Deutschen trinken täglich beziehungsweise fast täglich am Arbeitsplatz. Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden pro Jahr auf circa 20,2 Milliarden Euro geschätzt und die alkoholassoziierten indirekten Erkrankungen und Ressourcenverluste, zum Beispiel durch Sterblichkeit, Frühberentung, Rehabilitation, arbeitsunfallbedingte Verluste von Arbeitskräften auf 12,4 Milliarden Euro. 

Sucht findet im Verborgenen statt

Da Sucht - im Gegensatz zu den meisten anderen Krankheiten - mit Vorurteilen behaftet ist, schämen sich die Betreffenden, darüber zu sprechen. Zudem besteht - häufig sicher nicht zu Unrecht - die Befürchtung, den Arbeitsplatz zu verlieren, wenn die Suchtkrankheit bekannt wird.

Oft dauert es Jahre, bis die Suchtkrankheit offensichtlich wird. Krankschreibungen, zum Beispiel wegen Magenbeschwerden, Schmerzsyndromen oder Infekten, häufen sich. Der Betreffende wird unzuverlässiger und erledigt seine Arbeit fehlerhaft oder gar nicht. Über das eigentliche Problem, die Sucht, wird dann aber meist immer noch nicht gesprochen. Körperliche Unzulänglichkeiten und allgemeine Befindlichkeitsstörungen wie Stress, Überarbeitung oder private Probleme werden als Grund für die Schwierigkeiten vorgeschoben.

Mitarbeiter oder Vorgesetzte, die bereits lange ahnen, dass der Kollege suchtkrank ist, wissen dann oft nicht weiter. Das Problem einfach zu ignorieren ist keine Lösung. Oft besteht durch die Sucht außerdem eine Gefährdung des Arbeitnehmers oder gar von Dritten, zum Beispiel bei Busfahrern oder Chirurgen.

 

Der Betriebsarzt: Ein erster Ansprechpartner

Das Problem des "Süchtigen" ist, dass er lange, ja sehr lange Zeit benötigt, um sich selber seine Sucht einzugestehen.

Als Arbeitgeber haben Sie aber nur eine reelle Chance, dieses Problem in Griff zu bekommen.

Sprechen Sie die Probleme gemeinsam mit Partnern wie Vorgesetzten, Familie, Betriebsrat und Betriebsarzt offen und ohne Kompromisse an.

Und: Geben Sie sich selber eine hilfreiche Struktur, z.B.  über eine Betriebsvereinbarung, die den Ablauf für alle nachvollziehbar und konsequent definiert.

Ansonsten haben Sie verloren!!!

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